Die Macht der Einstellung

So überschreibt Marco von Münchhausen ein Kapitel, in dem er erläutert, wie das, was wir um uns herum aufnehmen, beziehungsweise das, was wir an uns heranlassen (!), unsere innere Haltung zu den Dingen, Ereignissen und Menschen bestimmt. Er beschreibt, wie dabei selektive Wahrnehmung und sich selbst erfüllende Prophezeiung ineinandergreifen, und illustriert dies mit folgender Geschichte*:

„Ein Mann lebte am Straßenrand und verkaufte heiße Würstchen.
Er war schwerhörig, deshalb hatte er kein Radio.
Er sah schlecht, deshalb las er keine Zeitung. Aber er verkaufte köstliche heiße Würstchen.
Das sprach sich herum und die Nachfrage stieg von Tag zu Tag.
Er kaufte einen größeren Herd und musste immer mehr Fleisch und Brötchen einkaufen. Er holte seinen Sohn von der Universität zurück, damit der ihm helfen sollte.
Aber dann geschah Folgendes:
Sein Sohn sagte: „Vater, hast Du denn nicht Radio gehört? Eine schwere Rezession kommt auf uns zu. Der Umsatz wird zurückgehen. Du solltest nicht mehr investieren!“
Der Vater dachte: „Mein Sohn hat studiert. Er schaut Fernsehen, hört Radio und liest Zeitung. Der muss es wissen.“
Also verringerte er seine Fleisch- und Brötcheneinkäufe und sparte an der Qualität des Fleisches.
Er verringerte seine Kosten, indem er keine Werbung mehr machte.
Und das Schlimmste: Die Ungewissheit vor der Zukunft ließ ihn missmutig werden im Umgang mit seinen Kunden.
Und was passierte daraufhin? Sein Absatz an heißen Würstchen fiel beinahe über Nacht. Da sagte der Vater zum Sohn: ‚Du hattest Recht, mein Junge, es steht uns eine schwere Rezession bevor.'“

Man lerne daraus, was man will.

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*Marco von Münchhausen: Auszeit. Inspirierende Geschichten für Vielbeschäftigte, Frankfurt/Main 2007, S. 55-59 bzw. 57/58.

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